Mit X-BIONIC® über die Alpen

Die letzten Vorbereitungen laufen. Wir fiebern unserem Cross entgegen. Der Plan ist perfekt. Die Liste weitgehend abgearbeitet. Der Rucksack steht leer bereit und freut sich auf die optimale Befüllung ... Die Route führt anspruchsvoll bis zum Lago – logo – wohin auch sonst ... wir werden Euch auf dem laufenden halten und teilhaben lassen an der Freude, dem Glück, der Leidenschaft ... love the ride, habt Spass, Udo www.udokah.de

Tag 1 Schloss Fernsteinsee, A-6465 Nassereith/Tirol, www.fernsteinsee.at 

Tag 2 Ferienhof Schöne Aussicht, 6542 Pfunds/Tirol, www.schoene-aussicht-pfunds.at 

Tag 3 Hotel Stelvio, CH-7536 Sta. Maria V.M., www.hotelstelvio.ch 

Tag 4 Hotel Sassella, Jim, Via Roma, 2 23033 Grosio, www.hotelsassella.it  

Tag 5 Jolly, Roberto, Via Gole 154 38026 Dimaro, www.jolly-dimaro.it  

Tag 6 Hotel Emigrante, via XXI Aprile 10, 38079 Zuclo, www.hotelemigrante.com

Tag 7 Villa Emma, Claudio, Via Coize 10, 38069 Torbole, www.villa-emma.com

 

 

30.09.2009 - 11:48
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ZDF, Teil 2

Neben der erwähnten Routenführung ist es natürlich für den interessierten Leser auch wichtig zu wissen, welche „harten“ Daten sich hinter diesem Plan verbergen. Nachfolgend ein paar Eckwerte, die unsere reale Tour widerspiegeln. Diese Werte dienen sehr gut als Anhaltspunkt für die eigene Planung. Voraussetzung ist natürlich – wie sollte es bei einem Alpencross anders sein – eine gewisse Grundkondition, Trittsicherheit und eine halbwegs ausgereifte Fahrtechnik. Im übrigen: on Tour waren 3 Centurion Hardtails und ein Scott Fully.

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Wir haben diese Werte „geschafft“ und waren dennoch am Ende des Tages weder ausgelaugt noch gestresst, sondern angenehm und wohltuend erschöpft. So soll es sein.

 

In der Summe führt dieser Cross über

~480 Kilometer

~11.500 Höhenmeter bei einer Netto-Fahrzeit von

~37 ½ Stunden zu zahlreichen Höhenpunkten (Reschensee, Val Mora u.v.a.)

 

Teil 3 – besonderer Service – wird die alternative Streckenführung für diejenigen beinhalten, die es gerne etwas deftiger haben: 532 Kilometer, 15680 Höhenmeter, 44h Fahrzeit d.h. weitgehend gleiche Route, jedoch mit einigen Schmankerl „angereichert“.

Freut Euch drauf.

Love the ride

Udo

www.udokah.de

 

11.09.2009 - 10:15
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Die Route: Alpencross Medium, für sportlich ambitionierte Biker, die sowohl gemütliche Auszeit am Wegesrand als auch den gepflegten Cappuccino zu schätzen wissen. Zahlreiche traumhafte Ausblicke entlang der Strecke laden zum Verweilen ein und das Pensum ist – auch mit ein paar Zwischenstopps – sehr gut beherrschbar und ist dennoch sportlich genug, dass man sich in den gemütlichen Unterkünften im Tal getrost auch kulinarisch verwöhnen lassen darf.

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Start und Ausgangspunkt: Füssen, Bahnhof ….

Tag 1: Füssen, Schwangau, Schloss Neuschwanstein, Jägeralpe, Plansee, Bichlbach, Leermoss, Ehrwald, Biberwier, Fernpassstrasse, Fernstein à Hotel Fernstein

Tag 2: Hotel Fernstein, Dirstentrittkreuz, Sinnesbrunn, Obtarrenz, Tarrenz, Imst, Mils, Zams, Landeck, via Claudia Fliess, Prutz, Ried, Tösens, Pfund à Pension Schöne Aussicht

Tag 3: Pension Schöne Aussicht, Kajetansbrücke, Martina, Reschenpass, Norbertshöhe, Nauders, Plamord, Reschensee, St.Valentin, Burgeis, Laatsch, Rifair, Puntweil, Müstair, SantaMaria à Hotel Stelvio

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Tag 4: Hotel Stelvio, Val Mora, Lago Fraele, Decouville, Trela, Arnoga, Passo di Verva, Eita, Fusino, Ravoledo, Grosio à Hotel Sassella Jim

Tag 5: Hotel Sassella Jim, Passo Mortirolo, Passo della Foppa, Monno, Edolo, Vezza di Oglio, Temu, Ponte di Legno, Passo Tonale, Stavel, Ossana, Dimaro à Hotel Jolly

Tag 6: Hotel Jolly, Malga Mondifra, Mad.di Campiglio, Rif.Cascata, Val Agola, Lago Movlina, Passo Bregn da l´Ors, Albergo Brenta, PEz, Zuclo à Albergo Emigrante

Tag 7: Albergo Emigrante, Tione, Gagioi, Malga Gavardina, Malga Alta, Bocca dell´Ussol, Rif. Faggio, Lenzumo, Pieve di Ledro, Pre, Tunnel Pregasina, Ponalestrasse à RIVA (Villa Emma, Torbole) Fin

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Demnächst, ZDF, Teil 2

08.09.2009 - 08:21
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Fazit

Wenn nun jemand glaubt, ein Cross sei die Geschichte von Tag 1 bis Tag 7 - der irrt. Ein Cross ist mehr. Alpencross ist Leidenschaft, Sucht, Virus und - ich lehne mich da etwas über den Lenker - Meditation. Die Wochen vor dem Cross sind angereichert mit Pflegen, Putzen, Planen, Packen die Wochen nach dem Cross sind erfüllt mit Schreiben, Sortieren, Sinnieren, und dem Score - dem Happiness-High-Score tief in uns drinnen.

So auch bei diesem Cross mit Ehefrau Silvia und guten Freunden Max und Renate. Wir haben knapp 12.000 Höhenmeter bewältigt und dabei knapp 500 Kilometer von Füssen bis nach Riva in knapp 38h netto bewältigt, den Schweinehund besiegt, das Glückskasterl gefüllt, den Erinnerungsschatz angereichert und jeder hat für sich seine eigene ganz individuelle Erfahrung mitgenommen, die einem kein Mensch auf dieser Welt mehr nehmen kann. Das ist doch was.

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Alpencross ist also weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung, schon gar nicht irgendein wirrer Trend (wenngleich das Wort Trend wirklich eine wahrhafte Bedeutung bekommt) sondern eine Lebenseinstellung. Dabei ist es nicht die Leistung im Sinne von "am schnellsten / höchsten / weitesten", sondern vielmehr der individuelle Erfolg "es geschafft zu haben", den ein jeder für sich beim Zieleinlauf am Gardasee, oder wo auch immer nach Querung des Alpenhauptkammes, verbuchen kann.

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Das ist Glück. Das Faszinierende daran, das in diesen wenigen Tagen des Jahres, sich sowohl der Lebensinhalt als auch die Bedürfnisse auf ganz, ganz wenige Dinge reduzieren. Welche Strecke fahren wir heute? Wie heißt der Gipfel dort drüben? Schau, dort drüben die Murmeltiere. Hab ich heute schon gesagt, dass meine Ausrüstung perfekt ist? Einmal Spaghetti Bolognese und ein kühles Radler, bitteschön. Ein einfaches Zimmer mit einer heißen Dusche und die Crosser Welt ist in Ordnung. Man transportiert seine 6-7kg mit sich, hat einen Rucksack, der das alles im Wortsinn "packt", ein Bike, dass sorglos sein soll und Kleidung, die so perfekt ist, dass man sie erst vermisst, wenn man sie nicht mehr am Körper trägt. Eine Regenausrüstung, die hält, was die Werbung verspricht. Das ist Crosser Glück.

In diesem Sinne: X-Bionic erhält - egal ob ich dazu authorisiert bin oder nicht - von mir das Prädikat "Alp-X-prefered-Products". Nach 8x crossen darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass die Ausrüstung top war, nicht nur in Form und Funktion, sondern auch im optischen Auftritt. Danke an das X-bionic Team auch für diese Plattform hier im Web.

Freue mich auf weitere Abenteuer, in diesem Sinne: love the ride

Euer Udo

www.udokah.de

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In eigener Sache: wer mehr zum Thema Alpencross lesen möchte, dem sei mein im Verlag "frischluft edition" erschienenes Buch "Faszination AlpenX" ans Herz gelegt. Ein Gefühlsausbruch in Wort und Bild. Ein leidenschaftlicher Report über 3 meiner Touren mit zahlreichen Bildern, Herzblut Text und einem wahrhaft phantastischen Layout. Direkt bei mir oder beim Verlag. ISBN 978-3-9810890-9-7, 19,90€

24.08.2009 - 09:36
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Tag 7

Final Day. Ja. Eigentlich immer wieder ein phantastisches Gefühl. Man wacht auf und spürt: heute passiert es. Heute ist Lago-Day. Euphorie und auch ein Quantum Demut macht sich breit. Noch sind wir nicht da. Im Gegensatz zu einigen meiner bisherigen "Zieleinläufe" habe ich die Latte dieses Mal hochgelegt. Genauer gesagt auf den Gipfel des Bocca dell´Ussol. Hätte ich gewusst was uns erwartet, hätte ich mich auch gerne für die Warmduscher-Etappe über den unspektakulären Passo Duron entschieden. Aber, alte Alpencrosser Weisheit: wir fahren am (GPS)Track entlang, komme was wolle.

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Also nehmen wir unser spärliches Zwieback-Frühstück im Albergo in Anspruch und satteln kurz darauf unsere äußerst braven und willigen Centurion-Bikes, sowie das Scott von Renate. Und ich sag noch: "es könnte steil und unwegsam werden". Die vorabendliche Konsultation der Kompass Karte brachte es ans Abendlicht: eine gestrichelte, die Höhenlinie kreuzende Wegführung bedeutet: unwegsam, steil und schwer. Doch zunächst verläuft die Route relativ zahm durch einen schattigen Wald und erst ab ca. 1300m entpuppt sich die Rampe zusehends als steil. Ab dem Schild nach Malga Gavadina (1342m) wird es steilst und schließlich dann ab Malga Alta (1663m) eigentlich unfahrbar. Wir müssen der Wandermarkierung entlang den Wiesenhanges hinauf bis auf die kleine Scharte des Bocca dell´Ussol (1878m) folgen, um festzustellen: hier haben nicht einmal zwei Bikes Platz. Der Wind pfeift sein Alpencross Lied, der nebenan liegende Gipfel auf gut 1900m wird schnell mit in Angriff genommen - per Pedes.

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Der Blick hinunter stimmt uns jedoch wenig euphorisch. Ein äußerst schmales Weglein entlang der sehr schräg verlaufenden Bergflanke lässt erahnen, dass es sich nicht um "gemütliches Abfahren" sondern um - das Roadbook verrät es uns - knapp 700 Höhenmeter unwegsamsten Pfad, der nur zum Teil fahrbar ist, handelt. "Cracks only" hätte man auch beschildern können. Oje. Meine Damen fluchen, Max kämpft sich wacker vorwärts. Vergangene Muren- und Lawinenabgange machen das ganze schön wild und urtümlich, aber keineswegs komfortabler. Es hilft nichts, der Devise "immer am Track lang" kommt nun eine neue Dimension zu. Die sich zusammenbrauenden tiefgrauen Wolken über uns tragen zur Stimmung nur latent bei und so sputen wir uns auf unserem mühsamen Weg hinunter ins Tal nach Lenzumo.

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Kurz bevor wir den kleinen Ort erreichen lässt der liebe Herr Gott es kacheln, was das Zeug hält. Eine Dusche ist nichts dagegen. Wir kauern uns unterem einem äußerst spärlichen Dachvorsprung unter ... Mensch, Final Days haben kein schlechtes Wetter. Ich selbst leide. Nur im Südosten ist ein Zipfel blauer Himmel erkennbar. In diese Richtung müssen wir doch? Also rauf aufs Bike, Regengarnitur an und durch alle Pfützen auf den Weg zum Lago. Wehe es regnet dort.

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Vorbei am Lago di Ledro wird Petrus sanft, nur noch der Teer ist regennass und als wir die 998m kurz vor Pregasina durch den Tunnel fahren, ist es Gewissheit: halbwegs blauer Himmel. Ich sagte es bereits 2007: wer über die Ponale Strasse nach Riva einläuft, der hat den allerschönsten Weg gewählt, wo gibt. :-) So auch 2009. Für Renate und Max ist es AlpX-Premiere, Silvia hat den Ritterschlag schon 2008 erhalten. Alle Augenpaare leuchten, das Herz hüpft, bei mir macht sich marginal die Ungeduld breit. Ich möchte nur noch am Hafenbecken anschlagen und mein Weißbier und den legendären Coppa Yoghurt bestellen - wie immer.

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Als wir um 16.30h an der Hafenmauer ankommen, schleicht sich üppig stolzes Grinsen in unsere Gesichter. Die Sonne scheint und die Endorphine suchen sich gerade ihren Weg durch unsere Körperbahnen. ..... Die X-Bionic Wear ist jedoch so konstruiert, dass dieses Glücksgefühl im interne Glückskästchen und im persönlichen Speicher vollumfänglich erhalten bleibt - da dampft nichts von aus. Das bleibt einem. Der Blog ist noch nicht zu Ende! Aber erst einmal lassen wir die Endorphine in Ruhe hüpfen ... dann folgt ein Fazit und dann freue ich mich natürlich über viele und zahlreiche Kommentare und gerne auch auf eine lebhafte Diskussion.

 

Tagesdaten: 45 km, 1450 Höhenmeter, Fahrzeit 4:39h

21.08.2009 - 08:13
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Tag 6

Nur noch 1x schlafen, dann ist es einmal mehr geschafft. Traumziel Lago. Auch wenn man es schon zum achten Male erlebt - und so wie ich in diesem Jahr innerhalb von zwei Wochen sogar schon zweimal in Folge - es ist immer wieder schön, immer wieder faszinierend, immer wieder süchtig machend. Man will es immer und immer wieder tun. Doch zunächst einmal gilt es noch einige Buckel zu überwinden.

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Die heutige Tagesetappe führt durch den zauberhaften Waldweg hinauf nach Malga Mondifra weiter nach Madonna di Campiglio und von dort weiter hinauf zum Passo Bregn da l´Ors vorbei am malerisch gelegenen Movlina See. Eine landschaftlich sehr schöne Route, fahrtechnisch ohne allzu große Schwierigkeiten, sieht man einmal von der kurzen Schiebepassage oberhalb des kleinen Sees ab. Der Weg hinauf nach Mondifra ist einem Nadelöhr vergleichbar. Sehr viele Crosser passieren diese Route durch den schattigen Wald entlang eines malerischen Wildbachs. Manch einer, ich gehöre dazu, ärgert sich jedoch immer wieder über den groben steinigen Untergrund, der ein ruhiges pedalieren einfach unmöglich macht. Aber das ist nun einmal "offroad". Auch wenn wir letztlich schweißnass sein müssten, so kommen wir "gefühlt trocken" in Malga Mondifra an. Unsere X-Bionic Funktions-Shirts funktionieren im Wortsinne. Perfekt. Kein Geruch, keine Verdunstungskälte, einfach nur Wohlfühlklima. So muss das sein.

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Wohlfühlklima auch vor Ort. Malga, das italienische Wort für Stall, Mondifra hat besten Käse und Speck im Angebot. Für fast kein Geld, erhält der hungrige Biker deftige und duftende Speisen - ein Achterl Rotwein wäre jetzt recht. Ein kurzer Zwischenstopp am tosenden Wasserfall beim Rif. Cascate, eine seligmachende Speedabfahrt und schon frohlockt der nächste Schotteranstieg und weitere ca. 500 Höhenmeter. Der Movlina See, tausend Mal fotografiert und immer noch von unverbrauchter Schönheit. Break. Wir halten inne, genießen, knabbern Xenofit Powerbars und inhalieren mit allen Sinnen, was ein Alpencross so hergibt. Auch ein kurzer Mittagsschlaf darf im Tagesablauf nicht fehlen. Soviel Zeit muss sein.

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Die letzten Höhenmeter bieten dem geübten und versiertem Fahrer genug Übungsterrain, knifflige Passagen und verwinkelte Steinstufen verlangen der Trailkunst alles ab, etwas später dann wird der Anstieg zu steil und unwegsam, sodass ca. 20 Minuten Schieben zum Pflichtprogramm mutieren. Kein Problem.

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Die dann folgende Abfahrt hinunter zum Albergo Brenta und weiter bis zur Zubringerstrasse nach Pez ist eine reine Abfahrtsorgie für Adrenalinjunkies und solche die es werden wollen - beste Bremsen und Federungsperformance vorausgesetzt. Es ist früher Abend, als wir in Zuclo, einem verschlafenen italienschen Nest, stranden. Jedoch - ganz planmäßig - direkt auf unserem Track. Die Quartiersuche reduziert aufgrund des überschaubaren Angebotes daher auf eine einzige Entscheidung: Schlafen wir im "Hotel Emigrante" ? Ja oder Ja ? Es gibt keine zweite Option. Essen und Unterkunft sind zwar unterdurchschnittlich, aber morgen ist final day. Nichts hält uns mehr auf.

Tagesdaten: 1700 Höhenmeter, 57 Kilometer, Fahrzeit 5:01h

20.08.2009 - 08:01
2
Tag 5

Kann man Königstage toppen? Man kann. Zum einen haben wir einmal mehr frischeste Sachen. Es gibt also wieder mal Königsweiße Damenshorts (sehr sexy), Fenec Bibs für die Herren, und bunte Funktionstrikots fürs Team. Heute entscheiden wir "on the road" über den weiteren Verlauf der Route. Je nach Verfassung, Form und Lust können wir einen reinen Teer-Kampf-Tag einlegen oder, falls jemand nicht genug bekommen sollte, den hohen, hohen Gipfel des Montozzo bzw. das darunter liegende Rif. Bozzi ansteuern. Doch zunächst steht der Sturm auf den Passo della Foppa auf dem Programm. Hoch, stet steil und vor allem lang soll er werden. Zum Glück meist schattig gelegen. Wir steigen ein und eröffnen das Rennen auf dieser absolut verkehrsarmen Straße gemeinsam mit der italienischen Ski-Junioren-Nationalmannschaft. Alle Jungs und Mädels ziehen auf Skatingsski ihre Bahn und legen ein richtig sattes Tempo vor. Ich häng mich dran und der Puls schnellt hoch. Mein iPod im Ohr sorgt für den entsprechenden Beat und mir scheint mein Turbo ist aktiviert. Endorphine bei der Arbeit. Herrlich.

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So vergehen die exakt 1181 Höhenmeter hinauf wie im Flug und ich schwebe. Kurz darauf treffen Silvia, Max und Renate ein und wir legen einen Xenofit-Break ein. Das Leben kann so schön sein. Der Blick auf die umliegenden Berge, die laue Luft und die bevorstehende Abfahrt hinunter nach Monno. Bilderbücher werden so geschrieben.

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Nun noch ein kurzer Anstieg nach Ponto di Legno und es Zeit für einen Radler und einen Cappucino im Schatten, schließlich sind wir nicht auf der Flucht. Max sein Knie macht jedoch Probleme und es bahnt sich an, dass wir Casa di Viso und den Montozzo aus dem Programm nehmen. Also, auch gut, dann den Passo Tonale. Habe heute ohnehin Teerhunger. Um es kurz zu machen, dass Knie schmerzt immer mehr und so nutzen wir ganz uneigennützig Max seine Entscheidung mit der Gondola auf den Tonale zu fahren dazu unsere Rucksäcke in die Kabine zu legen und den Gipfelsturm "nackt" in Angriff zu nehmen.

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50 Minuten und 700 Höhenmeter später stehe ich auf der Passhöhe und könnte Bäume ausreißen. Phantastisch. Selbstreden, dass wir bei strahlendem Sonnenschein nun ein ausgiebiges Bad nehmen und das ganze mit einem weiteren Radler und Kuchen dem Genuss aussetzen.

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Die kommenden 31 Kilometer führen nun nur noch bergab nach Dimaro und die Passstraße hinunter ist ein Traum für Adrenalinjunkies. Gib Gummi und du bist schneller als jedes Auto. In Dimaro kehren wir traditionell bei Roberto im Hotel Jolly ein. Die Zimmer sind neu renoviert und perfekt ausgestattet, sogar ein DVD Player und eine reiche Auswahl an Filmen wäre für einsame vorhanden. Das Badezimmer ist üppig und die Betten komfortabelst. Wäscheservice inklusive.

Nur noch 2 Tage ... so langsam kann man die Lagoluft riechen ....

Tagesdaten: 2123 Höhenmeter, 85 Kilometer, Fahrzeit 5:23h

19.08.2009 - 07:38
4
Tag 4

Ich hab ein gutes Gefühl. Der Himmel leuchtet Königsblau, die wenigen hochliegenden Wolken sind so schneeweiß wie die X-Bionic Hosen unserer Frauen, nur nicht ganz so knackig. Das grün der Wiesen ist so saftig, das man daraus trinken könnte. Die Xenofit Flaschen sind rot gefüllt und die schwarzen Reifen unserer Bikes kratzen ungeduldig am Teer.

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St.Maria - Val Mora lautet die erste Tageswertung. Der Einstieg von St. Maria (wir wurden von Tschiervs wieder hinuntergeshuttelt) ins Val Mora ist kernig aber durchweg fahrbar. Wir schrauben uns konsequent nach oben. Der höchste Punkt wird zunächst auf 2234m liegen. Entlang am rauschenden Bach führt uns der Schotterwanderweg auf eine der schönsten Hochebenen die ich je gesehen habe. Ein Traum in den eingangs beschriebenen Farben, das tiefe Grau der Felsen kommt hinzu und das silberne Wasser des einen oder anderen Wasserfalls ist ebenfalls nicht zu vergessen. Van Gogh hätte seine Freude an diesem Farbenspiel, jeder Bildkomponist eine reichhaltige Palette an Eindrücken. Val Mora ... lassen wir uns diesen Begriff einmal ganz langsam auf der Zunge zergehen, mengen gedanklich die Farben hinzu und schreiben mit großen schön geschwungenen Buchstaben langsam virtuell das Wort: "Königstag" dazu. So im etwa ist es gewesen. Ein Traum.

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Nun folgen ca. 40 Kilometer auf dieser Hochebene, leicht bergab "hinunter" auf 1900m und letztlich durch das Val Fraele vorbei am Lago Fraele und Lago Giacomo bis hin nach Arnoga. Wir schlitzen eine Spur in den Schotter, fräsen die Traillinie hoch und runter und cruisen entlang des Sentiero Val Vezzola. Freunde, was wollt ihr mehr.

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Jedoch hat der Bikegott (oder in diesem Fall der Planer, also ich) vor das Abendmahl den Anstieg gesetzt und der fällt vergleichsweise grob aus. Der Passo di Verva auf 2301 ist nur über groben Schotter und üble Pisten, teils sehr steil, zu bezwingen. Die Ausblicke am Gipfel entschädigen jedoch für die Mühen, die dann 20 Kilometer lang währende Abfahrt hinunter nach Grosio zum Bikehotel JIM Sassella (Tipp) ebenso. Das Leben ist ein Fest. So lassen wir uns am Ende des anstrengenden, aber wunderbaren Tages vom Jim-Rundum-Service verwöhnen und schlafen einmal mehr wie die Könige. Und ich sag noch: ich hab ein gutes Gefühl.

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Tagesdaten: 1644 Höhenmeter, 74 Kilometer, Fahrzeit 5:24h

18.08.2009 - 06:53
8
Tag 3

Alles nur geträumt? Meine Finger tasten schlaftrunken aneinander ... keine Schwimmhäute zu spüren. Mein Seidenpyjama ist ebenfalls trocken, wie auch die Bettdecke. Unser kuscheliges Zimmer steht nicht unter Wasser. Alles wird gut. Udo, wach auf, Regen war gestern. Heute geht es in die Schweiz, und da regnet es bekanntlich nicht. Wir fühlen uns fit und froh. Früh morgens in die frische Bikewear und auf zu neuen Abenteuern. Die Routenführung für heute lautet: Kajetansbrücke, Reschenpass, Nauders, Plamord, Reschensee, St.Valentin, Burgeis, Laatsch, Müstair und als Endziel St. Maria. Knackig, aber gut schaffbar.

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Die ersten gut 20 Kilometer bis Nauders verlaufen ohne Zwischen- und Regenfälle, sodass wir - ganz mutig - sogar eine Cappucinopause einlegen. Der darauffolgende Anstieg zum Plamord ist jedoch durchaus körnerraubend aber die anschließende Hochebene entschädigt uns vielfach. Alte Panzerabwehr-Sperren und zahlreiche "Wild"Pferde begleiten uns auf unserem Weg hinunter zum Reschensee und der darin "versenkten" Kirchtumspitze. Immer wieder treffen wir größere geführte Bikertruppen, immer wieder bleibt Zeit für einen Plausch am Wegesrand. Nicht selten ist die erste Frage: "ja, hallo, was sind den das für Bikehosen?" X-Bionic sorgt für Aufsehen, auf dem Trail und bei der Rast. Der Aufmerksamkeitsfaktor steigt, der Coolnessfaktor gehört dem Träger der exklusiven Ware allein. Nachdem wir mit 2077m auf dem Plamord den höchsten Punkt erreicht haben, geht es zunächst einmal wieder hinunter ins Tal und von dort in sanfter Portionierung weiter bis nach St. Maria, wo wir den heutigen Tag beenden wollen. Der Schotterweg in Richtung Schweizer Grenze gibt immer wieder fantastische Ausblicke ins Tal frei. Was für ein Leben.

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In St.Maria dann ein erster Schreck. Das wunderbare Bike Hotel Stelvio ist overloaded - schnell organisiert Massimo eine Unterkunft und einen Bikeshuttle im 400hm höhergelegenen Tschiervs. Ende gut alles gut. Am Abend gibt es einen guten Rotwein.

 

Tagesdaten: 1871 Höhenmeter, 71 Kilometer, Fahrzeit 5:35h

17.08.2009 - 09:12
4
Tag 2

Wolkenverhangene Berge, Nebelschwaden, schwarze Strassen und feuchte Luft. So begrüßt uns der zweite Tag. Wir fassen unser Frühstück, nicht ohne innerlich Stoßgebete gen Himmel zu senden. Der direkt vor uns liegende Anstieg zum Dirstentrittkreuz ist eine zähe und anfangs sehr, sehr steile Prüfung (>20%).

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Unsere Bikewear ist frisch gewaschen und als wir sowohl das X-BIONIC Unterhemd als auch die Fenec Bib Short und unsere bunten X-BIONIC Shirts überstreifen kommt Tatendrang hoch. Wir fühlen uns wohl und gut. Schwitzen ist für die Funktionswäsche kein Thema und der Sitzkomfort der Shorts hervorragend. Der Tag kann kommen. Als wir gegen 12h, gut 2h später das Dirstentrittkreuz auf knapp 2000m erreichen sind wir nicht nur glücklich, sondern auch trocken - im doppelten Sinne. Petrus hat uns verschont und der Schweiß ist längst abtransportiert. Nun kommt der angenehme Teil der Reise. Abfahren, Trails vom feinsten und kleine Murenabgänge müssen überbrückt werden.

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Nach ca. 25 weiteren Kilometern braucht Mensch und Material eine kurze Rast. Die Bremsbeläge und der Antriebsstrang verlangen nach Pflege, der Körper nach einem heißen Kaffee. Eine Rast mit fatalen Folgen: die Gemütlichkeit hat Zeit gefressen und niemand die herannahenden tiefgrauen Wolken bemerkt, die sich just entladen und für die nächsten 4h nicht mehr aufhören sollten. Unser Tagesendziel liegt ca. 50 Kilometer entfernt. Alles raus was wir dabei haben, vom Überschuh bis hin zur Duschhaube aus unserem Hotel. 50 lange und vom Dauerregen stet begleitete Kilometer sind keine Quell der Freude, lassen sich auf einem Alpencross aber auch nicht verhindern. Da muss man durch, im Wortsinne. Als wir am Ende des Tages in der Pension zur schönen Aussicht "stranden" empfängt uns Silvia, die Wirtin aus dem Bilderbuch, mit einem Schnaps. Eine heiße Dusche und ein umfangreiches warmes Abendessen entschädigt uns für die Mühen des Tages. Wir schlafen tief und fest.

Tagesdaten: 1610 Höhenmeter, 88 Kilometer, Fahrzeit 6:32h

14.08.2009 - 09:48
2
Tag 1

Tag 1 Füssen - Riva steht auf dem Programm. Knapp 12.000 Höhenmeter und 484km werden es am Ende sein. Doch zunächst müssen wir die touristisch ausgetretenen Pfade in Neuschwanstein bezwingen und so manch asiatischer Reisegruppe ausweichen, bevor die ersten beschwerlichen Rampen in Richtung Jägeralpe uns fordern.

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20% sind kein Kinderspiel, sonder wollen ordentlich bezwungen werden. Der Trail hinab in Richtung Plansee ist, was die Fahrtrichtung angeht, zwar theoretisch viel angenehmer, in letzter Konsequenz aber nochmals wesentlich garstiger als die Rampen beim Aufstieg. Verblockte Wurzel, dicke Steine und Bierkasten-hohe Stufen rufen unser ganzes Fahrkönnen ab. Am Ende des Tages schließlich wollen wir von Lermoos über Ehrwald zum Fernpass bzw. Fernsteinsee.

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Und es kam, wie es immer einmal kommt: Petrus öffnet alle verfügbaren Schleusen und wir kürzen unsere Trailpassage etwas ab. Am Abend landen wir hungrig und dennoch wohlbehalten am Etappenziel an. Nun eine heiße Dusche und ordentlich Essen fassen. Tagesdaten: knapp 1300 Höhenmeter, 64 Kilometer, Fahrzeit 5h.

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Tag 2 folgt morgen ...

13.08.2009 - 12:06
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